Laschet der Erbärmliche

Gäbe es eine Olympiade für scheinheilige Erbärmlichkeit wohlgenährter Feiertagschristen, Laschet wäre ein Weltklasse-Favorit im Profilager. Hatten er und seine Partei nicht gerade erst noch gegen eine Aufnahme von Ortskräften gestimmt? Sich dabei im Bundestag zu bislang unerreicht zynischen Höhen verstiegen, indem sie meinten klarstellen zu müssen, dass die Ortskräfte ja niemand gezwungen habe, ausserdem habe man sie ja bereits bezahlt.

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Kaum ist jedoch Kabul dicht, fordert Laschet der Scheinheilige eine nun jetzt ganz sicher nicht mehr mögliche Evakuierung von Ortskräften. Menschen deren Aufnahme sich er und seinesgleichen gerade verbeten haben, die sie nun zu moralischen Selbstüberhöhung als Freunde bezeichnen.

Pfui, wie unglaublich billig. Die Forderung erfüllt mit Bitternis. Denn Laschet erinnert uns stets daran, dass wir als Gesellschaft zu einem guten Teil Laschet sind. Und die Forderung beleidigt ob ihrer billigen Durchschaubarkeit den Intellekt: Laschet geht es mal wieder nur um Laschet. Er will im Wahlkampf nach Kichern und Patzen zeigen, dass auch er ein Herz hat. Allerdings ohne Gefahr zu laufen, es auch unter Beweis stellen zu müssen. Zur Sicherheit stellt er daher in der selben Verlautbarung auch klar, dass es keine Wiederholung von 2015 geben dürfe.

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