Gesellschaftlicher Impfschaden

Wissenschaften auf den Talkshow-Sofas und in den Plenarsälen als eine „Meinung“ unter vielen verstanden wissen wollen und sich wundern, dass niemand wirksamen Impfstoff will?

Hefte raus, mitgeschrieben und aufgemerkt! Impulsvortrag zur Verständnislücke: wir selbst haben u.a. 1978 mit der Adelung der Globulisekte zur Medizin den Zweifel am Faktischen zum Programm gemacht. Dafür haben wir sogar extra das Arzneimittelgesetz dahingegehend geändert, dass alle Medikamente für die Zulassung einen Wirksamkeitsnachweis brauchen – bis auf die homöopathischen Mittel. Bei denen reicht der Nachweis der Unbedenklichkeit, um als Medizin zu gelten. Und neben den staatlich kontrolliert systematisch ausgebildeten Ärzten haben wir mit den nicht kontrolliert ausgebildeten Heilpraktikern einen wilden Zoo an Parawissenschaften wie der Homöopathie, Klangschalengurus und Heilstein-Schamaninnen ganz offiziell als Heilberufe etabliert.

Und nun wundern wir uns, ein halbes Jahrhundert nach dieser Etablierung, dass wir als Folge dieses Generalangriffs auf den die Wissenschaften begründenden Rationalismus durch den Staat mitten in einer Pandemie auf der einen Seite mit Horden aggressiver Covidioten und diese heftig umwerbenden Politiker kämpfen zu müssen und andererseits gesamtgesellschaftlich mit einem massiven systemischen Wissenschaftszweifel ausgestattet auch noch das Problem zu haben, dass Menschen sich nicht impfen wollen, obwohl der Impfstoff getestet, wirksam und sicher ist? Weil sie nicht glauben, dass die Tests, die Wissenschaften, die Mediziner besser als ihr Bauchgefühl, der gestreute Zweifel von Revolver-Kolumnisten und den Impf-Warnungen eben dieser staatlich sanktionierten Heiler sind?

Denk mal an, wie konnte das nur passieren? Selbst in Krankenkassenschriften wird von „Schulmedizin“, evidenzbasierte Medizin meinend, und zu dieser irgendwie in Konkurrenz verstandenen „alternativen“ Heilmethoden gesprochen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Alternative Heilmethoden(sic!). Was bitte soll eine alternative Heilmethode anderes sein, denn eine ausgrenzungsheischende Opferrolle zu Marketingzwecken, um die Hilflosen unter den Verunsicherten und von Krankheit Erschütterten abzufischen? Würden diese Methoden anerkannt und nachweisbar gesund machen – es wäre automatisch Schulmedizin, weil es nunmal keine alternative Gesundheit gibt. Alles andere ist nicht nur gesundheitlich betrachtet alles andere.

Wir lernen: wer gesellschaftlich wirksame Wissenschaften wünscht, etwa damit er im Falle eines Falles auf verlässliche Methoden und Mittel zurückgreifen kann, darf diese nicht beizeiten beliebig verdünnen. Wie gut der bereits hinreichend derationalisierte Ansatz eine Gesellschaft durch eine Pandemie zu steuern, wunschgemäß ohne dabei zu sehr auf schulmedizinisch erwiesen funktionierende aber als unbequem empfundene Maßnahmen wie echte Quarantänen, individuelle Schutzmaßnahmen, Hygiene, Tests oder eben Impfungen zurückgreifen zu müssen funktioniert, sehen wir ja gerade.

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