Nun sind es mit Stand von heute morgen allein in NRW bereits 104 Einzelfälle bei der Polizei und wohl eine Handvoll im Innenministerium. Dass Menschen, die auf Uniformen stehen und sich für einen Beruf an der Waffe entscheiden zu einem guten Teil obrigkeitsaffin an der Grenze zur machttrunkenen Hörigkeit sind ist rein menschlich erwartbar. Erwartbar wäre in einer Demokratie aber auch, dass ein Innenmister im Wissen um diesen Umstand alles daran setzt, dass wir eine wehrhafte Demokratie sind und keine, die sich vor ihrer Polizei in Teilen ganz offensichtlich fürchten muss. Offenheit, Transparenz und das stete Primat des Schutzes der freiheitlichen Grundordnung im Aufe, verschärft durch den Umstand, dass wir bei einer Gewaltenteilung, denen, den wir die die Gewaltbefugnis übertragen naturgemäß um so genauer auf die Finger schauen müssen.Der Skandal ist daher nicht der Gaskammerwitzbildchen teilende Poilizist, oder der rechtsnationale Prepper der im Dienst zehntausende Schuss Munition und Waffen klauen und horten kann, auch nicht die Wahnvorstellungen von Spezialkommandos, die sich mit Todeslisten auf das gewaltsame Ende der Demokratie vorberieten. Denn das alles ist erwartbar, wenn man Menschen in Uniformen steckt und ihnen Waffen in die Hand drückt. Darauf ist man eigentlich durch Ausbildung und beständige Kontrolle vorbereitet und sortiert diese Irrläufer umgehend aus. Nein der eigentliche Skandal ist ein Innenminister, der dies ober durch seine Trotzhaltung deckt, Aufklärung behindert, Strukturreformen verunmöglicht und beständig das legitimierende Lied vom Opfer, welches Polizisiten kopfhinhaltend für die Gesellschaft leisten singt. So als wäre dies eine Rechtfertigung für irgend etwas. Ein Innenminister, der also genau die Brandmauern einreißt, die gute von schlechten Polizisten trennt, die eine offene und freie Demokratie vor Menschen mit Waffen und repressiven Gewaltphantasien schützt. Angesichts der Zahlen und der schier endlosen Historie an Fällen sind wir dabei auch lange über den Punkt hinweg, da man diskutieren könnte, ob Seehofer das willentlich oder im grundsätzlich guten Willen irrend bewerkstelligt. Seehofer ist dabei schon lange kein Teil der Lösung mehr, sondern schon länger ein ernstzunehmender Teil des Problems.

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