Da sieht man Bilder wie Bereitschaftspolizisten sich mit abgesetzten Helmen von aufgeputschten Nazis rumschuppsen lassen, die diesen Staat lieber gestern als morgen in Flammen aufgehen sehen wollen. Zum Beispiel gerade in Gera auf einer dieser Hygiene-Demos auf denen sich gerade Impfgegner, Alternativmediziner, Merkelhysteriker und Neurechte zur kollektiven Furorverstärkung zusammenfinden. Reichsbürger mussten erst Polizisten erschießen, bevor die Sicherheitskräfte eher verhalten anfingen die übelsten Aussetzer aus dem Verkehr zu ziehen. Und auch scheint die nicht nur gedankliche Distanz der Polizei zum rechten Rand bisweilen deutlich kürzer als das Neutralitätsgebot zu sein. 

Natürlich verstehe ich das Konzept der De-Eskalation und dass man Menschen nicht zu schnell kriminalisieren dürfe. Das Problem mit diesem Konzept ist, dass es in Legitimation mündet, wenn man es zu lange anwendet. Und dann kommen einem Bilder in den Kopf, wie schnell und effektiv Bereitschaftspolizisten dann doch durchgreifen können – wenn sie vor ein paar idealistischen jungen Umweltschützern stehen. 

Die Deutsche Romantik ist der Glaube an Sicherheit durch eine starke Ordnung, die vor der Komplexität einer sich beständig verändernden Welt bewahrt. Vielleicht agieren daher Staat und Gesellschaft rechtskonservativ eher sehr langatmig und verständnisvoll, während sie linksprogressiv eher umgehend zu Schnappatmung neigen. Sie fürchten die Veränderung und sehnen sich nach Stabilität, eben die im realen Leben meistenhalben unerreichbare Romantik. Um das zu erreichen schien es schon immer leichter ein Problem auszusitzen indem man sich des Boten und des Veränderers entledigt, obgleich wir wissen, dass wir dadurch Probleme und den Veränderungsdruck vergrößern. Immer. Wären wir klüger als behäbiger, wir würden lernen mit Veränderung klarzukommen und Konzepte zu entwickeln genau darin, also der lustvollen Gestaltung von Zukunft zum Wohle aller und nicht in einem stets verklärten Blick nach gestern unser Glück zu suchen.

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