Die Kandidatenriege der CDU ist der fleischgewordene Herrenwitz des Gestern als Antwort auf die Herausforderungen des Morgen. Volkspartei? Welches Volk soll mit diesem Line Up dass sich ausmacht wie das letzte Aufgebot des alten weißen Kapitalpatriachats angesprochen werden?

Die üblichen Verdächtigen der CDU im Kanzlerkandidatenspiel sind bei näherer Betrachtung ein Gruppenbild der Spielarten ein und desselben Typs: neoliberaler weißer, konservativer Konformist. Mal weicher, mal weicher, mal härter, mal jünger, mal netter, mal kantiger, mal verdienter, mal egomaischer – aber eben genau ein Typ Mensch. 

Was also am aktuellen Ende der Ratlosigkeit der CDU angesichts schrumpfender Zustimmung, getrieben von Klima- und Mobilitätswandel, Artensterben, Energiewende, Rentenmisere, Lohnstagnation, Arbeitsautomation und der völlig misslungenen Bruderkuss-Abwehrtaktik der AfD bleibt ist eine Kandidatenriege, die aussieht wie das letzte Verzweiflungsaufgebot des Gestern. 

Damit mag man die mentalen Herrensalons mit der hoffnungslos aussichtslosen und dabei nicht einmal romantischen Idee der Restauration der homogen gedachten fossilen Vergangenheit begeistern, nicht aber die Herausforderungen einer diversen vielfältig-pluralistischen Welt der Gegenwart beantworten. Diese Kandidatenriege macht sich jedenfalls vergleichbar eloquent und souverän wie ein Herrenwitz auf einer Veranstaltung für Frauenrechte. 

Die CDU will Volkspartei sein? Dann sollte sie in der Lage sein zumindest in der Kandidatenriege auch das Volk zu spiegeln. Ansonsten bleibt Volkspartei das erkennbar unernst gemeinte Lippenbekenntnis des alten weißen Kapitalpatriarchates.

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