209 ist die Zahl, die jeder der von verwirrten Einzeltätern liest kennen sollte.
Verwirrte Einzeltäter ist ein absichtlich verniedlichender Euphemismus. Verwirrte Einzeltäter bewahrt uns als Gesellschaft nicht nur davor einzugestehen und anzuerkennen, dass wir ein mordgeiles Problem haben – nein, es befördert gezielt dessen Hege und Pflege. Verwirrte Einzeltäter ist unmittelbar verbunden mit der Aufforderung auf deren Umfeld zuzugehen und dieses verstehen zu müssen. Es wieder „zurück in die Mitte zu holen“, wie es beispielsweise Merz verspricht. So wie man es eben mit Verwirrten macht, sie auffangen. Aber die Rede vom Verwirrten Einzeltäter ist weit perfider als die mögliche Verblendung Gutmeindender. Denn die Rede von den verwirrten Einzeltätern kann man auch als die willentliche Kumpanei der Gesellschaft mit dem Terror begreifen. Die Rede von den verwirrten Einzeltätern als Warnung und Signal an all die „Anderen“, dass sie nur geduldet sind, dass man sich ihrer jederzeit entledigen könne, dass sie keinen Schutz haben, denn wie will man sie auch vor verwirrten Einzeltätern schützen? Die Perfidie der in Form des verständlichen Pechs dargereichten Drohung.
209 ist dabei die eine, stetig wachsende Zahl, die alle Rede von den verwirrten Einzeltätern augenblicklich ad absurdum führt. 209 ist die Zahl, dass wir es mit einem soliden, manifesten gesellschaftlichen Phänomen zu tun haben. Als solches ist anders als die anerkannte Unmöglichkeit verwirrte Irrläufer abzufangen es sehr wohl möglich es anzugehen und einzudämmen.
209 ist die offizielle Zahl der Opfer rechter Gewalt seit 1990 bis Hanau, bis zum nächsten verwirrten Einzeltäter. 209 bei einer anerkannt hohen Dunkelziffer (1). 1) https://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_der_Bundesrepublik_Deutschland

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